CBD-Öl wird in Deutschland offen verkauft, legal ist es aber nur unter bestimmten Bedingungen. Entscheidend sind der THC-Gehalt, der Zweck des Verkaufs und die Art, wie das Öl beworben wird. Hier erfährst du, was in Deutschland gilt, welche Regeln die EU vorgibt und wie andere Länder damit umgehen.
Kurz erklärt
- CBD selbst ist nach den UN-Drogenkonventionen und dem EU-Recht kein kontrollierter Stoff. THC schon.
- Meist entscheidet der THC-Gehalt darüber, ob ein CBD-Öl legal ist.
- In der EU angebauter Hanf muss aus zugelassenen Sorten mit höchstens 0,3 % THC stammen.
- Produkte, die mit Aussagen zur Vorbeugung oder Behandlung von Krankheiten verkauft werden, gelten als Arzneimittel.
- In Deutschland ist Nutzhanf mit höchstens 0,3 % THC vom Konsumcannabisgesetz ausgenommen, wenn ein Missbrauch zu Rauschzwecken ausgeschlossen ist.
Was CBD-Öl ist
CBD-Öl ist ein Hanfextrakt, gemischt mit einem Trägeröl wie MCT-Öl oder Hanfsamenöl. CBD (Cannabidiol) ist eines von über hundert Cannabinoiden der Pflanze. Anders als THC macht es nicht high. Ein Breitspektrum-Öl enthält außerdem weitere Cannabinoide wie CBG und CBN, die möglicherweise mit CBD zusammenwirken, im sogenannten Entourage-Effekt.
Was die EU regelt
Ein gemeinsames EU-Gesetz für CBD-Produkte gibt es nicht. Geregelt ist dagegen der Hanfanbau. Nach der Gemeinsamen Agrarpolitik dürfen Landwirte nur Hanfsorten aus dem EU-Sortenkatalog anbauen, und seit 2023 liegt der Grenzwert für diese Sorten bei 0,3 % THC. Dieser Wert gilt für die Pflanzen auf dem Feld, nicht für fertige Produkte.

Das wichtigste Urteil fiel 2020. Im Fall Kanavape (C-663/18) entschied der Gerichtshof der Europäischen Union, dass CBD, das aus der ganzen Hanfpflanze gewonnen wird, kein Suchtstoff im Sinne des UN-Einheitsübereinkommens ist. Ein Mitgliedstaat darf den Verkauf von CBD, das in einem anderen Mitgliedstaat rechtmäßig hergestellt wurde, deshalb nicht verbieten, es sei denn, das Verbot ist zum Schutz der Gesundheit gerechtfertigt und geht nicht über das Notwendige hinaus.
Warum der THC-Gehalt entscheidet
THC ist nach den UN-Konventionen kontrolliert, und jedes europäische Land reguliert es. Da Öle aus Hanf hergestellt werden, enthalten viele kleine Mengen THC, sofern es nicht entfernt wurde. Wie viel THC ein Land in einem fertigen Produkt zulässt, trennt deshalb meist ein legales CBD-Öl von einem illegalen. Der Grenzwert von 0,3 % für den Anbau gilt nicht automatisch auch für Öle und Extrakte.
Arzneimittel, Kosmetik oder etwas anderes
Wie ein CBD-Produkt eingestuft wird, hängt davon ab, wie es präsentiert wird und wofür es gedacht ist. Ein Produkt, das mit Aussagen zur Vorbeugung oder Behandlung von Krankheiten verkauft wird, gilt überall in der EU als Arzneimittel und braucht eine Zulassung. Das einzige EU-weit zugelassene CBD-Arzneimittel ist Epidyolex, das verschreibungspflichtig ist. Viele nationale Arzneimittelbehörden prüfen CBD-Produkte außerdem im Einzelfall, deshalb machen seriöse Händler keine Gesundheitsversprechen für ihre Öle.
Was in Deutschland gilt
Seit dem 1. April 2024 regelt das Konsumcannabisgesetz (KCanG) den Umgang mit Cannabis. CBD selbst ist darin nicht als kontrollierter Stoff aufgeführt. Hanfprodukte fallen nur dann nicht unter das Gesetz, wenn sie als Nutzhanf gelten: Der Hanf muss aus zertifiziertem Saatgut aus dem EU-Anbau stammen oder höchstens 0,3 % THC enthalten, und der Handel damit muss gewerblichen oder wissenschaftlichen Zwecken dienen, die einen Missbrauch zu Rauschzwecken ausschließen.
Diese sogenannte Rauschklausel beschäftigt immer wieder die Gerichte. Der Bundesgerichtshof hat 2021 entschieden, dass der Verkauf an Endverbraucher strafbar sein kann, wenn ein Missbrauch zu Rauschzwecken nicht ausgeschlossen ist. Ob ein CBD-Produkt außerdem als Arzneimittel gilt, prüfen die Behörden im Einzelfall, und wer ein Öl mit Heilversprechen bewirbt, macht es zum Arzneimittel.
Einige Beispiele aus Europa
- Schweden: CBD-Öl muss völlig frei von THC sein. Der Oberste Gerichtshof entschied 2019, dass ein CBD-Öl mit THC ein Betäubungsmittel ist, auch wenn es aus legalem Nutzhanf hergestellt wurde.
- Dänemark: Seit 2018 fallen Produkte mit höchstens 0,2 % THC nicht unter die Betäubungsmittelregeln.
- Deutschland: Nutzhanf mit höchstens 0,3 % THC ist vom Konsumcannabisgesetz ausgenommen, sofern er für gewerbliche oder wissenschaftliche Zwecke verkauft wird, die einen Rauschmissbrauch ausschließen.
- Frankreich: Produkte aus zugelassenen Hanfsorten mit höchstens 0,3 % THC sind erlaubt. Der Conseil d’État hob 2022 das Verbot auf, rohe Hanfblüten zu verkaufen.
- Niederlande: CBD steht nicht im Opiumgesetz, Hanföl und Zubereitungen mit THC dagegen schon, und das Gesetz nennt keinen THC-Grenzwert.
- Finnland: Die Arzneimittelbehörde Fimea stellt CBD-haltige Zubereitungen verschreibungspflichtigen Arzneimitteln gleich, allerdings hat das Oberste Verwaltungsgericht entschieden, dass jedes Produkt eine eigene Einstufungsentscheidung braucht.
- Schweiz: Cannabisprodukte mit weniger als 1 % THC fallen nicht unter das Betäubungsmittelgesetz.
Bestellungen über die Grenze
Wenn du CBD-Öl aus einem anderen Land bestellst, gilt das Recht des Landes, in das geliefert wird. Ein Öl, das im Herkunftsland legal ist, kann trotzdem vom Zoll gestoppt werden, wenn es mehr THC enthält, als das Empfängerland erlaubt. Das Kanavape-Urteil schränkt pauschale Verbote von CBD ein, hebt aber nationale Regeln zu THC nicht auf.
Dasselbe gilt auf Reisen. Das Recht des Landes, in dem du dich aufhältst, entscheidet, was du mitnehmen und verwenden darfst. Mehr dazu liest du in unserem Ratgeber Reisen mit CBD.
Warum THC-freies Öl die einfachste Wahl ist
Ein THC-freies Öl umgeht die meisten Unterschiede zwischen den Ländern. Es ist auch die sicherere Wahl, wenn du auf Drogen getestet wirst, denn Standardtests suchen nach THC und nicht nach CBD. Für Sportlerinnen und Sportler gilt: Die WADA hat CBD 2018 von der Verbotsliste gestrichen, andere Cannabinoide wie THC sind im Wettkampf aber weiterhin verboten.
Die Angaben auf dem Etikett stimmen allerdings nicht immer. Als Forschende 84 online verkaufte CBD-Produkte analysierten, fanden sie in 21 % davon THC. Deshalb ist ein Laborbericht so wichtig.
So prüfst du ein Öl
- Frag nach einem aktuellen Laborbericht, einem Analysezertifikat, für die Charge, die du kaufst.
- Prüfe, ob THC als nicht nachweisbar angegeben ist und welche Nachweisgrenze das Labor verwendet hat.
- Achte darauf, dass der Bericht von einem unabhängigen Labor stammt und die Chargennummer zur Flasche passt.
- Vergleiche den THC-Gehalt mit den Regeln des Landes, in dem du lebst.
Alle unsere CBD-Öle sind THC-frei und werden von einem unabhängigen Labor getestet. Die Ergebnisse findest du gesammelt in unseren Laborberichten und was für die Hanfpflanze selbst gilt, erklären wir im Artikel darüber, ob Hanf legal ist.
Ist CBD-Öl in Europa legal?
CBD-Öl ist in den meisten europäischen Ländern legal, für fertige Produkte gibt es aber kein gemeinsames EU-Gesetz. Meist entscheiden der THC-Gehalt und die Art der Vermarktung, ob ein Öl legal ist, und die Regeln unterscheiden sich von Land zu Land.
Wie hoch ist der THC-Grenzwert für CBD-Öl in der EU?
Für fertige Produkte gibt es keinen gemeinsamen Grenzwert. Die 0,3 % gelten für die Hanfsorten, die angebaut werden dürfen. Jedes Land entscheidet selbst, wie viel THC es in Ölen und Extrakten zulässt, von null in Schweden über 0,2 % in Dänemark bis zu höheren Werten in einigen anderen Ländern.
Darf ich CBD-Öl aus einem anderen EU-Land bestellen?
In der Regel ja, aber es gilt das Recht des Landes, in das geliefert wird. Enthält das Öl mehr THC, als dieses Land erlaubt, kann der Zoll es beschlagnahmen.
Kann CBD-Öl bei einem Drogentest auffallen?
Drogentests suchen nach THC, nicht nach CBD, deshalb sollte ein THC-freies Öl kein positives Ergebnis liefern. Falsch deklarierte Produkte können trotzdem THC enthalten, also wähle ein Öl mit Laborbericht.
Ist CBD-Öl in Deutschland legal?
Ja, wenn es aus Nutzhanf stammt, höchstens 0,3 % THC enthält und nicht zu Rauschzwecken verkauft wird. Ein Öl mit Heilversprechen gilt als Arzneimittel und braucht eine Zulassung. Am sichersten ist ein THC-freies Öl mit Laborbericht.
Dieser Artikel fasst die Rechtslage im September 2026 zusammen und ist keine Rechtsberatung.
Quellen
- Gerichtshof der Europäischen Union (2020). Rechtssache C-663/18, Kanavape, Pressemitteilung 141/20.
- Europäische Union (2021). Verordnung (EU) 2021/2115 über die GAP-Strategiepläne.
- Europäische Arzneimittel-Agentur. Epidyolex.
- Oberster Gerichtshof Schwedens (2019). Rechtssache B 177-19.
- Dänische Arzneimittelbehörde. Ændringen af THC-grænsen fra 1. juli 2018.
- Bundesministerium der Justiz. § 1 KCanG, Begriffsbestimmungen.
- Conseil d’État (2022). CBD: annulation de l’arrêté interdisant la vente des fleurs et feuilles.
- Niederländische Regierung. Opiumwet.
- Fimea. Cannabidiol (CBD) wird in Finnland als Arzneimittel kontrolliert.
- Bundesamt für Gesundheit BAG. Cannabis.
- WADA. Verbotsliste.
- Bonn-Miller MO u. a. (2017). Labeling Accuracy of Cannabidiol Extracts Sold Online. JAMA, 318(17), 1708–1709.



