Deutschland ist in kurzer Zeit zum wichtigsten Cannabismarkt Europas geworden. Als die Mary Jane Berlin im Juni 2025 öffnete, rechneten die Veranstalter mit rund 60.000 Besuchern und über 500 Ausstellern aus aller Welt. Die Messe spiegelt den Wandel in Europa wider, wo sowohl medizinisches Cannabis als auch der Konsum durch Erwachsene immer normaler werden.
Update: Die Messe stellte mit über 65.000 Besuchern einen neuen Rekord auf, verglichen mit rund 41.000 im Vorjahr.
Kurz erklärt
- Die Mary Jane Berlin 2025 fand vom 19. bis 22. Juni auf der Messe Berlin statt.
- Der erste Tag war ein B2B-Tag für die Branche, danach öffnete die Messe für das Publikum.
- Über 65.000 Besucher kamen, womit 2025 das bisher größte Jahr der Messe war.
- Das Festivalgelände war komplett alkoholfrei.
Von der Subkultur zur globalen Bewegung
Die Mary Jane Berlin fand erstmals 2016 statt und ist seitdem von einem Nischenevent zu einer der größten Cannabismessen der Welt gewachsen. 2025 fand die Messe vom 19. bis 22. Juni auf der Messe Berlin und im angrenzenden Sommergarten statt. Zu sehen war alles von neuer Anbautechnik und Produktneuheiten bis zu Debatten über Politik und internationale Zusammenarbeit.
Auf dem Festivalgelände traten Künstler wie Samy Deluxe und Haiyti auf. Essen aus aller Welt und rauchfreie Zonen machten die Messe zu einem Treffpunkt für neugierige Besucher und Fachleute gleichermaßen.

Medizinisches und Freizeit-Cannabis treiben das Wachstum
Seit dem 1. April 2024 dürfen Erwachsene in Deutschland bis zu 25 Gramm Cannabis in der Öffentlichkeit mitführen und 50 Gramm zu Hause aufbewahren sowie drei Pflanzen für den Eigenbedarf anbauen. Seit Sommer 2024 können sie außerdem nicht-kommerziellen Anbauvereinigungen beitreten. Gleichzeitig gilt medizinisches Cannabis in Deutschland nicht mehr als Betäubungsmittel, sondern als normales verschreibungspflichtiges Arzneimittel. Wie sich die Reform entwickelt hat, erfährst du in unserem Artikel Deutschlands Cannabisgesetz zwei Jahre später.
Die Reform hat einen schnell wachsenden Markt geschaffen. Die Importe von medizinischem Cannabis stiegen 2024 stark an, und mit dem schwindenden Stigma kommen neue Gruppen erwachsener Konsumenten hinzu.
Europa verändert sich und Deutschlands Rolle ist entscheidend
Dass gerade Deutschland, das bevölkerungsreichste Land der EU, Cannabis teilweise legalisiert hat, betrifft den ganzen Kontinent. Länder wie die Niederlande, die Schweiz und Malta waren früh dran, doch nun entsteht eine breitere Bewegung, in der sich mehr Länder für Regulierung statt Verbot entscheiden.
Die Mary Jane Berlin ist ein wichtiger Treffpunkt in dieser Entwicklung. Der Fachbesuchertag brachte rund 5.000 Teilnehmende zusammen, und auf der Konferenz diskutierten rund neunzig Sprecher über alles von Export und nachhaltiger Produktion bis zu Gesundheitsversorgung und Verbraucherschutz.
Wo Technik, Kultur und Gemeinschaft aufeinandertreffen
Auf der Messe war alles zu sehen, von kleinen Gewächshäusern für den Balkon bis zu Anbautechnik, Zubehör und neuen Produkten. Das Angebot zog sowohl neugierige Einsteiger als auch erfahrene Enthusiasten an.
Die Veranstalter setzten auf eine sichere und angenehme Atmosphäre mit rauchfreien Hallen, ruhigen Zonen, internationalem Streetfood und sogenannten Awareness-Teams. Das Festivalgelände war komplett alkoholfrei, eine bewusste Entscheidung, um die Cannabiskultur in den Mittelpunkt zu stellen.
Mary Jane als Symbol für eine neue Ära
Nach dem Rekordjahr war Gründerin und Veranstalterin Nhung Nguyen begeistert. Sie bezeichnete die Entwicklung als unglaublich und nannte die Mary Jane das wichtigste Event im internationalen Cannabis-Kalender. Welche anderen Messen einen Besuch wert sind, zeigen wir in unserem Überblick über Cannabis-Messen in Europa 2026, und von unserem eigenen Besuch im Jahr davor erzählen wir im Artikel über die Mary Jane Berlin 2024.
Quellen
- Mary Jane Berlin. Offizielle Website.
- DTZ Die Tabakzeitung (2025). Besucherrekord auf weltgrößter Cannabis-Messe.
- Cannabib (2025). Mary Jane 2025: Rekorde, Highlights & persönliche Eindrücke.
- Bundesministerium für Gesundheit. FAQ zum Cannabisgesetz.



