Synthetische Cannabinoide: HHC, Spice und die Risiken

Synthetische und halbsynthetische Cannabinoide wie HHC und Spice werden als legale Alternativen verkauft. Wie sie hergestellt werden, die Risiken und was das Gesetz sagt.
Ausrüstung für die Vakuumdestillation auf einem Labortisch
Inhalt

HHC, THC-P, Spice und eine lange Reihe von Stoffen mit Abkürzungen, die sich kaum jemand merken kann. Synthetische und halbsynthetische Cannabinoide werden oft als legale Alternativen zu Cannabis verkauft, doch sie stammen aus dem Labor, sind kaum erforscht und wurden mit schweren Vergiftungen in Verbindung gebracht. Hier erfährst du, was sie sind, wie sie hergestellt werden, welche Risiken bekannt sind und was das Gesetz sagt.

Kurz erklärt

  • Synthetische Cannabinoide wie Spice sind vollständig im Labor hergestellte Stoffe, die THC nachahmen und oft deutlich stärker wirken.
  • Halbsynthetische Cannabinoide wie HHC entstehen, indem CBD aus Hanf chemisch umgewandelt wird.
  • Ende 2025 überwachte die EU-Drogenagentur EUDA 304 Cannabinoide, davon 40 halbsynthetische.
  • HHC steht seit 2025 unter internationaler Drogenkontrolle.
  • Wie diese Stoffe auf Menschen wirken, ist kaum erforscht.

Synthetische und halbsynthetische Cannabinoide

Synthetische Cannabinoide sind Stoffe, die im Labor entwickelt wurden, um die Wirkung von THC nachzuahmen, die aber in der Cannabispflanze nicht vorkommen. Sie tauchten Mitte der 2000er-Jahre in Europa auf und wurden als legale Räuchermischungen unter Namen wie Spice verkauft. Viele von ihnen binden deutlich stärker an die Cannabinoid-Rezeptoren des Körpers als THC. Das macht sie schwer zu dosieren und bei einer Überdosis gefährlicher.

Halbsynthetische Cannabinoide sind ein neueres Phänomen. Nach Angaben der EUDA, der Drogenagentur der EU, sind sie chemisch veränderte Varianten von Stoffen aus der Cannabispflanze, und die meisten werden aus CBD aus Hanf hergestellt. Bekannte Beispiele sind HHC, HHC-O, HHC-P, THC-P und H4-CBD. Anfangs wurden sie vor allem aus den USA eingeführt, heute werden sie auch in Europa produziert.

Strukturformel von Hexahydrocannabinol (HHC)
Die Strukturformel von HHC. Bild: Wikimedia Commons (gemeinfrei).

So wird HHC hergestellt

HHC ist ein gutes Beispiel dafür, wie halbsynthetische Cannabinoide entstehen. Laut der EU-Drogenagentur wird CBD zunächst mit Säure und Hitze in THC umgewandelt, wobei auch eine Reihe von Nebenprodukten entsteht. Das THC wird dann mit einem Platin- oder Palladiumkatalysator hydriert. Das Ergebnis ist eine Mischung aus zwei Formen von HHC, von denen eine für den Großteil der Wirkung verantwortlich ist. Das Verhältnis zwischen ihnen kann von Charge zu Charge schwanken und damit auch die Stärke des Stoffes.

Das ist chemische Synthese, keine Extraktion. Ein CBD-Extrakt löst Stoffe heraus, die bereits in der Pflanze vorhanden sind. Ein halbsynthetisches Cannabinoid ist ein neues Molekül, das in einem Reaktor entsteht.

Die Risiken synthetischer Cannabinoide

  • Kaum Forschung. Als die EU-Drogenagentur HHC 2023 untersuchte, stellte sie fest, dass Pharmakologie und Toxikologie des Stoffes beim Menschen nicht untersucht wurden. Über neuere Varianten weiß man noch weniger.
  • Unbekannte Stärke. Sowohl vollsynthetische als auch halbsynthetische Cannabinoide schwanken in ihrer Stärke von Charge zu Charge, und das Etikett verrät selten, wie viel ein Produkt tatsächlich enthält.
  • Rückstände aus der Herstellung. Bei der chemischen Umwandlung können Nebenprodukte und Rückstände zurückbleiben. Als US-Forschende halbsynthetische Vape-Produkte mit Delta-8-THC analysierten, fanden sie sowohl unbekannte Nebenprodukte als auch Schwermetalle, die nicht auf der Verpackung standen.
  • Ständig neue Varianten. Wird ein Stoff verboten, taucht ein neuer auf. Allein 2025 wurden dem EU-Frühwarnsystem 27 neue Cannabinoide gemeldet.

Die EUDA berichtet von Vergiftungen, die von leichten Fällen bis zu schweren Fällen mit Krankenhausbehandlung reichen. Im Juni 2024 meldete Ungarn 30 Vergiftungen, nachdem Menschen Gummibärchen mit starken halbsynthetischen Cannabinoiden gegessen hatten. Die schwedische Regierung hat zudem mehrere neuere Varianten, darunter 10-OH-HHC, mit schweren Vergiftungen in Verbindung gebracht, mit lang anhaltender Bewusstseinstrübung und der Gefahr eines Atemstillstands.

Die vollsynthetischen Stoffe sind noch gefährlicher. Die EU-Risikobewertung des synthetischen Cannabinoids MDMB-4en-PINACA brachte es mit zwölf Todesfällen zwischen Januar 2019 und August 2020 in Verbindung.

Wenn Hanf und CBD mit synthetischen Stoffen versetzt werden

Ein wachsendes Problem ist, dass gewöhnlicher Hanf oder CBD-Produkte mit synthetischen Cannabinoiden besprüht und als etwas anderes verkauft werden. Laut EUDA wurden solche Fälle seit 2020 aus mindestens 13 europäischen Ländern gemeldet, die meisten aus Deutschland und Schweden. Als Drug-Checking-Dienste in acht Ländern 1.142 als Cannabis verkaufte Proben analysierten, enthielt etwa jede vierte MDMB-4en-PINACA.

Wenn du CBD kaufst, ist es daher wichtig zu wissen, woher das Produkt stammt. Kaufe bei Händlern, die unabhängige Laborberichte zu ihren Produkten veröffentlichen und Fragen zur Herkunft beantworten können.

Was das Gesetz sagt

Im März 2025 beschloss die UN-Suchtstoffkommission, HHC auf Anhang II des Übereinkommens über psychotrope Stoffe von 1971 zu setzen, nach einer Empfehlung der WHO. Mehrere europäische Länder hatten HHC schon vorher verboten. Schweden etwa stufte HHC und HHC-P im Juli 2023 als Betäubungsmittel ein und nahm im Januar 2024 HHC-O, THC-O und THC-P hinzu.

Das Problem ist, dass die Gesetzgebung immer einen Schritt hinterherhinkt. Wenn ein Stoff verboten wird, ist oft schon eine neue Variante auf dem Markt. Deshalb ist es sicherer, die ganze Kategorie zu meiden, als darauf zu vertrauen, dass ein Produkt gerade noch legal ist.

THCV, THC-P und andere natürliche Cannabinoide

Nicht jedes Cannabinoid mit unbekanntem Namen ist synthetisch. THCV kommt natürlich in der Cannabispflanze vor, und Forschende haben auch THC-P und THC-B in der Pflanze gefunden, allerdings nur in Spuren. Produkte mit größeren Mengen davon werden in der Praxis also fast immer im Labor hergestellt. Dass ein Stoff auch in der Natur vorkommt, sagt wenig darüber aus, wie ein bestimmtes Produkt entstanden ist.

Warum wir keine synthetischen Cannabinoide verkaufen

Wir verkaufen keine synthetischen Cannabinoide und keine halbsynthetischen Stoffe wie HHC oder THC-P. Wir setzen auf das, was von Natur aus im Hanf steckt, wo Cannabinoide und Terpene im sogenannten Entourage-Effekt zusammenwirken können. Alle unsere CBD-Öle werden von einem unabhängigen Labor getestet. Die Ergebnisse stehen in unseren Laborberichten und sind dort an einem Ort gesammelt.

Wenn du mehr über die Cannabinoide im Hanf erfahren möchtest, lies unseren Ratgeber über Cannabinoide oder unseren Vergleich von CBD und THC. Außerdem haben wir einen älteren Artikel über HHC, HHC-O und H4-CBD.

Was ist der Unterschied zwischen synthetischen und halbsynthetischen Cannabinoiden?

Synthetische Cannabinoide wie Spice sind vollständig im Labor hergestellte Stoffe, die THC nachahmen. Halbsynthetische Cannabinoide wie HHC entstehen, indem ein Stoff aus Hanf, meist CBD, chemisch in ein neues Molekül umgewandelt wird.

Ist HHC legal?

HHC steht unter internationaler Kontrolle, seit die UN-Suchtstoffkommission es 2025 in das Übereinkommen von 1971 aufgenommen hat, und viele europäische Länder hatten es schon vorher verboten. Neuere Varianten kommen laufend auf die nationalen Drogenlisten.

Ist THCV synthetisch?

Nein, THCV kommt natürlich in der Cannabispflanze vor. Produkte, die mit hohen Gehalten ungewöhnlicher Cannabinoide beworben werden, stammen aber oft aus dem Labor. Die Herkunft sagt also mehr als der Name.

Können CBD-Produkte synthetische Cannabinoide enthalten?

Das kommt vor. Die EUDA hat aus mindestens 13 europäischen Ländern Meldungen über Hanf erhalten, der mit synthetischen Cannabinoiden besprüht wurde. Kaufe deshalb bei Händlern, die unabhängige Laborberichte veröffentlichen.

Quellen

Aus dem Artikel
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