Was ist HHC? HHC-O, H4CBD und die Rechtslage in Europa

HHC ist inzwischen in den meisten Ländern Europas verboten. Hier erklären wir, was HHC, HHC-O und H4CBD sind, wie sie hergestellt werden, was das Gesetz sagt und warum wir sie nicht verkaufen.
Halbsynthetische Cannabinoide wie HHC, HHC-O und H4CBD
Inhalt

HHC, HHC-O und H4CBD kurz erklärt

  • HHC ist ein halbsynthetisches Cannabinoid, das meist aus CBD aus Hanf hergestellt wird. Die UN hat es 2025 unter internationale Kontrolle gestellt, und in den meisten EU-Ländern ist es verboten.
  • HHC-O, auch HHC-Acetat genannt, ist eine weiter veränderte Form von HHC. Schweden zum Beispiel hat es im Januar 2024 als Betäubungsmittel eingestuft.
  • H4CBD ist hydriertes CBD. Auf UN-Ebene ist es nicht erfasst, aber es gibt kaum Forschung am Menschen dazu.
  • Raw Hemp verkauft keine halbsynthetischen Cannabinoide, sondern nur solche, die natürlich in Hanf vorkommen.

Was ist HHC?

HHC, Hexahydrocannabinol, ist ein Cannabinoid, das in der Cannabispflanze nur in Spuren vorkommt. Beschrieben wurde es erstmals in den 1940er-Jahren vom amerikanischen Chemiker Roger Adams. Das heute verkaufte HHC wird im Labor hergestellt, meist aus CBD aus Nutzhanf, das zuerst umgewandelt und dann hydriert wird, also Wasserstoffatome angelagert bekommt. Deshalb nennt man HHC halbsynthetisch: Der Rohstoff stammt aus der Pflanze, der Stoff selbst entsteht aber durch chemische Prozesse.

HHC tauchte 2022 auf dem europäischen Markt auf und wurde vor allem als Vapes, Esswaren und THC-arme Hanfblüten verkauft, die mit HHC besprüht wurden. In Schweden wurde es im September 2022 zum ersten Mal nachgewiesen.

HHC vs. THC

Chemisch gesehen ist HHC eine hydrierte Version des THC-Moleküls. Wie THC bindet es an den CB1-Rezeptor im Gehirn und wirkt berauschend. Laut der schwedischen Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten ist die aktivste Form, 9R-HHC, in Tierstudien etwa halb so potent wie THC.

Der große Unterschied liegt in der Herkunft. THC entsteht natürlich in der Cannabispflanze, während handelsübliches HHC durch chemische Umwandlung hergestellt wird. Über HHC weiß man viel weniger, und in den meisten Ländern Europas sind heute beide kontrollierte Substanzen. Unser Artikel CBD vs. THC erklärt, wie sich die natürlichen Cannabinoide unterscheiden.

In den meisten Ländern Europas nicht. Im März 2025 stimmte die UN-Suchtstoffkommission dafür, HHC nach einer Empfehlung der WHO in Anhang II des Übereinkommens über psychotrope Stoffe von 1971 aufzunehmen. Die meisten EU-Länder hatten HHC schon vorher verboten, darunter Deutschland, Frankreich, Finnland und Schweden.

Schweden ist ein typisches Beispiel. HHC und das eng verwandte HHC-P (Hexahydrocannabiphorol) wurden dort am 11. Juli 2023 als Betäubungsmittel eingestuft. Vor der Entscheidung war HHC in zahlreichen Beschlagnahmungen von Polizei und Zoll aufgetaucht, und das schwedische Giftinformationszentrum hatte mehrere Anrufe wegen Vergiftungen erhalten.

Was ist HHC-O?

HHC-O, auch HHC-Acetat genannt, ist acetyliertes HHC. Dabei ersetzt eine Acetatgruppe eine der Hydroxylgruppen des Moleküls. Mit derselben Methode wird THC-O hergestellt. Im Körper wird HHC-O schnell wieder zu HHC umgewandelt. In einer Laborstudie mit Leberzellen war nach einer Stunde kein HHC-Acetat mehr nachweisbar.

Acetylierte Stoffe geben besonderen Anlass zur Sorge, wenn sie gedampft werden. Forschende haben gezeigt, dass Vitamin-E-Acetat, das 2019 mit den Lungenschäden in den USA in Verbindung gebracht wurde, beim Erhitzen das Gas Keten bilden kann, und Keten schädigt die Lunge. Die schwedische Gesundheitsbehörde weist bei HHC-O auf dasselbe Risiko hin.

Schweden stufte HHC-O am 16. Januar 2024 als Betäubungsmittel ein, zusammen mit THCP und THC-O (THC-Acetat).

Was ist H4CBD?

H4CBD, Hexahydrocannabidiol, ist CBD, das so hydriert wurde, dass dem Molekül vier Wasserstoffatome hinzugefügt sind. Erstmals hergestellt wurde es bereits 1940 vom britischen Chemiker Alexander Todd, verkauft wird es an Verbraucher aber erst seit wenigen Jahren, oft in Vapes und als besprühte Blüten.

Die Hydrierung verändert, wie der Stoff mit dem Körper interagiert. Normales CBD bindet nur schwach an den CB1-Rezeptor, während eine israelische Studie von 2006 zeigte, dass H4CBD deutlich stärker bindet. Die Studie wurde auf Zellebene durchgeführt, und es gibt keine Studien am Menschen dazu, wie H4CBD auf den Körper wirkt oder ob es sicher ist.

H4CBD ist in den UN-Übereinkommen nicht erfasst und in vielen europäischen Ländern noch nicht ausdrücklich gelistet. Das heißt nicht, dass es untersucht oder als sicher befunden wurde, sondern nur, dass es noch nicht bewertet ist. Die EU-Drogenagentur EUDA beobachtet H4CBD zusammen mit den anderen halbsynthetischen Cannabinoiden, und 2024 wurden in der EU 416 Liter H4CBD beschlagnahmt.

Ständig tauchen neue Varianten auf

Jedes Mal, wenn ein Stoff verboten wird, tauchen neue Varianten auf. Nach dem HHC-Verbot kamen HHC-O und HHC-P, danach Stoffe wie 10-OH-HHC und HHC-C8. Ende 2025 beobachtete die EUDA 40 halbsynthetische Cannabinoide, von denen 27 im Jahr 2025 zum ersten Mal identifiziert worden waren.

Die Behörden reagieren mit neuen Verboten. Schweden etwa stufte 10-OH-HHC, 10-OH-HHCP, HHC-C8 und HHC-C9 am 15. Juli 2025 als gesundheitsgefährdende Stoffe ein, nachdem mehrere davon mit schweren Vergiftungen in Verbindung gebracht worden waren. Unsere Warnung vor synthetischen Cannabinoiden zeigt dasselbe Muster bei vollsynthetischen Stoffen.

Warum wir kein HHC, HHC-O oder H4CBD verkaufen

Wir bei Raw Hemp haben uns entschieden, nur Cannabinoide zu verkaufen, die natürlich in Hanf vorkommen, etwa CBD, CBG und CBN. Sie werden aus der Pflanze gewonnen, ohne dass die Moleküle chemisch verändert werden. Dafür gibt es drei Gründe:

  • Die Forschung fehlt. Es gibt kaum Studien am Menschen dazu, wie die neuen Stoffe auf den Körper wirken, weder kurz- noch langfristig.
  • Der Inhalt ist unsicher. Halbsynthetischen Produkten fehlen oft verlässliche Laboranalysen, und es ist schwer zu wissen, welche Nebenprodukte aus der Herstellung zurückbleiben.
  • Die Regeln ändern sich schnell. Ein Stoff, der heute erlaubt ist, kann in wenigen Monaten ein Betäubungsmittel sein, und wer ihn kauft, riskiert, ohne es zu wissen gegen das Gesetz zu verstoßen.

Außerdem glauben wir an die ganze Pflanze. Cannabis enthält über hundert Cannabinoide und eine große Zahl an Terpenen, und die Forschung deutet darauf hin, dass sie zusammenwirken und sich gegenseitig beeinflussen. Das nennt man Entourage-Effekt. Der Neurologe Ethan Russo beschrieb 2011, wie Terpene und Cannabinoide ihre Wirkung gegenseitig verstärken und ausgleichen können. Einem einzelnen, chemisch veränderten Molekül fehlt dieses Zusammenspiel. Deshalb setzen wir auf Öle und Extrakte, die mehr vom natürlichen Inhalt der Pflanze bewahren. Was für CBD gilt, erklären wir im Artikel Ist CBD-Öl in Europa legal?

Häufige Fragen zu HHC und H4CBD

Was ist HHC?

HHC, Hexahydrocannabinol, ist ein halbsynthetisches Cannabinoid. In Cannabis kommt es nur in Spuren vor, deshalb wird das HHC auf dem Markt im Labor hergestellt, meist aus CBD aus Hanf.

Ist HHC legal?

In den meisten Ländern Europas nicht. Die UN hat HHC 2025 unter internationale Kontrolle gestellt, und Länder wie Deutschland, Frankreich, Finnland und Schweden haben es verboten.

Was ist der Unterschied zwischen HHC und THC?

HHC ist eine hydrierte Form des THC-Moleküls. THC entsteht natürlich in der Cannabispflanze, während handelsübliches HHC im Labor hergestellt wird, meist aus CBD. Beide wirken berauschend.

Ist H4CBD legal?

H4CBD ist in den UN-Übereinkommen nicht erfasst und in vielen europäischen Ländern noch nicht ausdrücklich gelistet. Es gibt jedoch kaum Forschung am Menschen, und die Regeln für halbsynthetische Cannabinoide ändern sich oft.

Ist H4CBD dasselbe wie CBD?

Nein. H4CBD wird durch Hydrierung aus CBD hergestellt, und die chemische Veränderung sorgt dafür, dass es deutlich stärker an den CB1-Rezeptor bindet als normales CBD. Es ist ein anderer Stoff mit anderen Eigenschaften.

Was ist HHC-O?

HHC-O, oder HHC-Acetat, ist eine acetylierte Form von HHC. Schweden zum Beispiel hat es im Januar 2024 als Betäubungsmittel eingestuft.

Was ist HHC-P?

HHC-P, Hexahydrocannabiphorol, ist eine Variante von HHC mit längerer Kohlenstoffkette. Schweden hat es im Juli 2023 zusammen mit HHC als Betäubungsmittel eingestuft.

Verkauft Raw Hemp HHC oder H4CBD?

Nein. Wir verkaufen keine halbsynthetischen Cannabinoide, sondern nur Cannabinoide, die natürlich in Hanf vorkommen, etwa CBD, CBG und CBN.

Quellen

  • Ben-Shabat, S., Hanuš, L. O., Katzavian, G. & Gallily, R. (2006). New cannabidiol derivatives: synthesis, binding to cannabinoid receptor, and evaluation of their antiinflammatory activity. Journal of Medicinal Chemistry, 49(3), 1113–1117.
  • Commission on Narcotic Drugs (2025). Beschluss zur Aufnahme von Hexahydrocannabinol (HHC) in Anhang II des Übereinkommens über psychotrope Stoffe von 1971. 68. Tagung, Wien.
  • Drogenagentur der Europäischen Union (2026). European Drug Report 2026: New psychoactive substances. Lissabon: EUDA.
  • Folkhälsomyndigheten (2023). Klassificeringsdokument: Hexahydrocannabinol (HHC). Schwedische Gesundheitsbehörde.
  • Folkhälsomyndigheten (2023). Klassificeringsdokument: Hexahydrocannabinolacetat (HHC-acetat). Dnr 04768-2023. Schwedische Gesundheitsbehörde.
  • Schwedische Regierung (2023). Nio nya substanser blir narkotikaklassade. Pressemitteilung, Juni 2023.
  • Schwedische Regierung (2023). Beslut om narkotikaklassning och förbud mot flera nya substanser. Pressemitteilung, Dezember 2023.
  • Schwedische Regierung (2025). Regeringen narkotikaklassar nya substanser. Pressemitteilung, Juni 2025.
  • Russo, E. B. (2011). Taming THC: potential cannabis synergy and phytocannabinoid-terpenoid entourage effects. British Journal of Pharmacology, 163(7), 1344–1364.
  • Wu, D. & O’Shea, D. F. (2020). Potential for release of pulmonary toxic ketene from vaping pyrolysis of vitamin E acetate. PNAS, 117(12), 6349–6355.
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