CBD-Öl selbst herstellen mit Isolat oder Destillat

So stellst du dein eigenes CBD-Öl aus CBD-Isolat oder Destillat und einem Trägeröl her. Rezepte, Berechnung der Stärke, Terpene und Lagerung.
Drei braune Glasflaschen mit Pipette neben einem Hanfblatt
Inhalt

Dein eigenes CBD-Öl herzustellen ist einfacher, als viele denken. Mit CBD-Isolat oder CBD-Destillat, einem Trägeröl und einer Digitalwaage kannst du ein Öl mit genau der Stärke und Zusammensetzung mischen, die du willst. Hier erfährst du, was du brauchst, wie du die Stärke berechnest, zwei Rezepte und wie du das Öl mit weiteren Cannabinoiden und Terpenen ergänzen kannst.

Kurz erklärt

  • Ein selbst gemachtes CBD-Öl besteht aus zwei Teilen: einem Trägeröl und einem CBD-Rohstoff, meist Isolat oder Destillat.
  • MCT-Öl ist geruchsneutral und lange haltbar. Hanfsamenöl hat eine milde, nussige Note.
  • Isolat ist fast reines CBD. Destillat enthält auch andere Cannabinoide und hat dadurch ein breiteres Profil.
  • Die Stärke berechnest du, indem du die CBD-Menge in Milligramm durch das Gesamtvolumen des Öls in Millilitern teilst.
  • Öl aus CBD-Blüten herzustellen ist schwieriger, und das THC aus den Blüten landet konzentriert im Öl.

Das brauchst du

  • Eine Digitalwaage mit einer Genauigkeit von einem Hundertstelgramm, denn kleine Unterschiede im Gewicht machen viel bei der Stärke aus.
  • Trägeröl, zum Beispiel MCT-Öl oder Hanfsamenöl.
  • CBD-Isolat oder CBD-Destillat.
  • Ein Becherglas oder Glas und etwas zum Umrühren.
  • Einen Topf für ein Wasserbad, da sich Destillat und Isolat in warmem Öl leichter lösen.
  • Dunkle Glasflaschen mit Pipette und Etiketten.

Halte alles sauber und trocken. Spüle die Ausrüstung gründlich und lass sie vollständig trocknen, bevor du anfängst.

Das Trägeröl wählen

Das Trägeröl ist die Basis deines Öls und macht fast das gesamte Volumen aus. Die zwei häufigsten Optionen sind:

  • MCT-Öl. Wird meist aus Kokosöl gewonnen und besteht aus mittelkettigen Fettsäuren. Es ist klar, fast geruchlos und lange haltbar. Außerdem lässt es sich leicht verarbeiten, weshalb es die häufigste Wahl ist.
  • Hanfsamenöl. Wird aus Hanfsamen gepresst und enthält selbst kein CBD. Es hat einen milden, nussigen Duft und eine grünliche Farbe. Hanfsamenöl enthält viele mehrfach ungesättigte Fettsäuren und wird deshalb schneller ranzig als MCT-Öl.

Isolat oder Destillat?

Welchen Rohstoff du wählst, bestimmt, was für ein Öl du bekommst.

  • CBD-Isolat ist ein weißes, kristallines Pulver mit über 99 % CBD. Es riecht und schmeckt nicht nach Hanf und ergibt ein reines CBD-Öl.
  • CBD Destillat ist ein zähflüssiger Extrakt. Unser Destillat hat rund 90 % Cannabinoide, davon gut 80 % CBD und der Rest unter anderem CBG und CBN. Es ist THC-frei und ergibt ein Breitspektrum-Öl.

Das Destillat hat dank der anderen Cannabinoide ein breiteres Profil. Viele bevorzugen es genau deshalb, weil die Stoffe im Hanf im sogenannten Entourage-Effekt zusammenwirken können. Isolat ist die bessere Wahl, wenn du genau bestimmen willst, was im Öl steckt.

So berechnest du die Stärke

Die Stärke eines CBD-Öls wird meist in Milligramm CBD pro Milliliter oder in Prozent angegeben. Du berechnest sie in zwei Schritten:

  • CBD-Menge: Gewicht des Rohstoffs in Gramm × CBD-Gehalt × 1.000 = Milligramm CBD.
  • Stärke: Milligramm CBD ÷ Gesamtvolumen des Öls in Millilitern = Milligramm pro Milliliter.

Ein Beispiel: 3 Gramm Destillat mit 81 % CBD enthalten 3 × 0,81 × 1.000 = 2.430 mg CBD. Mischst du das auf 30 ml Öl, liegt die Stärke bei 81 mg pro ml, also rund 8 %. Prüfe immer den CBD-Gehalt im Laborbericht des Rohstoffs, damit du mit der richtigen Zahl rechnest.

Denk daran, dass auch der Rohstoff Platz einnimmt. Wiege deshalb zuerst das CBD ab und fülle dann mit Trägeröl auf, bis du das berechnete Gesamtvolumen erreichst, statt die ganze Ölmenge auf einmal hinzuzugeben.

Pipette, die eine kleine Glasflasche mit gelbem CBD-Öl füllt
Füll das fertige Öl in eine saubere Glasflasche mit Pipette.

Zwei Rezepte

Reines CBD-Öl mit Isolat, 30 ml mit etwa 5 %

  • Wiege 1,5 g CBD-Isolat in einem sauberen Becherglas ab. Das ergibt etwa 1.490 mg CBD.
  • Gib etwa 25 ml MCT-Öl dazu.
  • Erwärme das Glas vorsichtig im Wasserbad und rühre, bis sich das Pulver vollständig gelöst hat und das Öl klar ist. Das Öl soll warm werden, nicht kochen.
  • Fülle mit MCT-Öl auf 30 ml auf und rühre erneut um.
  • Lass es abkühlen und füll es in eine dunkle Glasflasche.

Das Ergebnis sind etwa 50 mg CBD pro ml.

Breitspektrum-Öl mit Destillat, 30 ml mit etwa 8 %

  • Stell das Destillat in warmes Wasser, damit es sich leichter verarbeiten lässt.
  • Wiege 3 g Destillat in einem Becherglas ab. Bei 81 % CBD sind das etwa 2.430 mg CBD.
  • Gib etwa 25 ml Trägeröl dazu, erwärme es im Wasserbad und rühre, bis die Mischung ganz gleichmäßig ist.
  • Fülle mit Trägeröl auf 30 ml auf, rühre um und lass es abkühlen.
  • Füll es in eine dunkle Glasflasche.

Das Ergebnis sind etwa 81 mg CBD pro ml. Das Öl bekommt eine goldene Farbe und einen deutlicheren Hanfduft als ein Isolat-Öl.

Mit CBG und CBN ergänzen

Wenn du ein breiteres Cannabinoidprofil möchtest, kannst du Isolate anderer Cannabinoide untermischen. Die Methode ist dieselbe: Isolat abwiegen, zusammen mit dem CBD im Öl lösen und den Gehalt jedes Cannabinoids einzeln berechnen.

  • CBG-Isolat. CBG ist das Cannabinoid, aus dem in der Pflanze andere Cannabinoide entstehen. Mehr dazu erfährst du in unserem Artikel über CBG.
  • CBN-Isolat. CBN entsteht, wenn THC mit der Zeit abgebaut wird. Den Unterschied zu CBD erklären wir im Artikel CBN vs. CBD.

Ein Beispiel: Gibst du 1 g CBN-Isolat zum Destillat-Rezept, bekommst du zusätzlich zum CBD etwa 33 mg CBN pro ml in einer 30-ml-Flasche.

Duft mit Terpenen

Terpene sind die Stoffe, die Hanf und anderen Pflanzen ihren Duft geben. Ein Isolat-Öl ist praktisch geruchlos, und mit ein paar Tropfen Terpenen bekommt es Charakter. Terpene sind außerdem Teil der Idee hinter dem Entourage-Effekt, bei dem Cannabinoide und Terpene zusammen ein vollständigeres Ganzes ergeben als jeweils für sich.

  • Myrcen hat einen erdigen, moschusartigen Duft und kommt in vielen Hanfsorten vor.
  • Limonen duftet nach frischen Zitrusfrüchten.
  • Pinen erinnert an Nadelwald und Kiefer.

Terpene sind sehr konzentriert. Fang mit ein oder zwei Tropfen in einer 30-ml-Flasche an, rühre um und prüfe, bevor du mehr hinzufügst. Verwende nur Terpene, die für den vorgesehenen Zweck bestimmt sind, und halte dich an die Angaben des Herstellers. Eine Auswahl findest du in unserer Kategorie Terpene.

Kann man CBD-Öl aus Blüten herstellen?

Du kannst CBD aus Blüten extrahieren, indem du sie zuerst erhitzt, damit CBDA in CBD umgewandelt wird, und die Stoffe dann in Öl ausziehst. Das Ergebnis ist aber schwer zu steuern. Ohne Laboranalyse weißt du nicht, wie stark das Öl ist, und Chlorophyll und Pflanzenteile machen es bitter und grün.

Dazu kommt das THC. CBD-Blüten enthalten kleine Mengen THC, und beim Extrahieren landet das THC ebenfalls im Öl. Je nachdem, wo du lebst, kann das Öl dadurch über dem erlaubten THC-Grenzwert liegen. Mit THC-freiem Isolat oder Destillat umgehst du dieses Problem.

Lagerung und Haltbarkeit

  • Bewahre das Öl in dunklen Glasflaschen auf, kühl und vor Licht geschützt.
  • Schreib auf die Flasche, was drin ist, die Stärke und das Herstellungsdatum.
  • Wird das Öl trüb oder bilden sich Kristalle, ist das Isolat eventuell ausgefallen. Erwärme die Flasche vorsichtig in warmem Wasser und schüttle sie, dann wird es meist wieder klar.
  • Die Haltbarkeit hängt stark vom Trägeröl ab. Richte dich nach dessen Mindesthaltbarkeitsdatum und entsorge das Öl, wenn es ranzig riecht.

Wenn du lieber ein fertiges Öl mit Laborbericht möchtest, findest du unsere CBD-Öle in unserem Shop, und bei unseren Laborberichten findest du alle an einem Ort.

Welches Trägeröl eignet sich am besten für selbst gemachtes CBD-Öl?

MCT-Öl ist am gängigsten, weil es geruchlos, leicht zu verarbeiten und lange haltbar ist. Hanfsamenöl funktioniert auch und duftet mild nussig, wird aber schneller ranzig.

Wie berechnet man die Stärke eines selbst gemachten CBD-Öls?

Berechne zuerst die CBD-Menge: Gewicht des Rohstoffs in Gramm × CBD-Gehalt × 1.000. Teile dann durch das Gesamtvolumen des Öls in Millilitern, so erhältst du Milligramm CBD pro Milliliter.

Ist Isolat oder Destillat besser?

Isolat ergibt ein reines CBD-Öl ohne Duft. Destillat enthält auch andere Cannabinoide und ergibt ein Breitspektrum-Öl mit deutlicherem Hanfcharakter. Was besser passt, hängt davon ab, was du möchtest.

Warum ist mein CBD-Öl trüb?

Meist hat das CBD-Isolat angefangen zu kristallisieren, weil das Öl kalt stand. Erwärme die Flasche vorsichtig in warmem Wasser und schüttle sie, dann wird das Öl meist wieder klar.

Kann man CBD-Öl aus CBD-Blüten herstellen?

Das geht, aber die Stärke ist schwer abzuschätzen und das THC landet im Öl. Je nach den Regeln vor Ort kann das Öl dadurch über dem erlaubten THC-Grenzwert liegen, daher ist Isolat oder THC-freies Destillat die sicherere Wahl.

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